Ausgabe #7: Schulter & Nackenschmerzen
Hallo,
letzte Woche habe ich dir versprochen, dass wir uns heute Schulter und Nacken vornehmen, also genau die Region, in der sich Stress und Schreibtischalltag am liebsten festsetzen. Heute löse ich das Versprechen ein.
Warum dein Nacken schmerzt (und warum der Schreibtisch nur die halbe Wahrheit ist)
Kaum eine Stelle wird so schnell hart und schwer wie der Nacken. Und kaum eine Stelle bekommt so viel Belastung ab, ohne dass wir es merken. Dein Kopf wiegt etwa fünf Kilo, und solange er sauber über deinen Schultern balanciert, ist das kein Problem. Sobald er aber nach vorne wandert, zum Bildschirm, zum Handy, zur Tastatur, vervielfacht sich die Last, die deine Nackenmuskeln halten müssen. Sie arbeiten dann den ganzen Tag im Dauereinsatz, ohne je richtig loszulassen.
Der zweite Teil der Geschichte hat nichts mit Haltung zu tun, sondern mit deinem Nervensystem. Unter Stress ziehen wir die Schultern unbewusst nach oben, fast so, als wollten wir den Kopf einziehen. Das ist eine uralte Schutzreaktion. Das Problem ist nur: Wenn der Stress chronisch wird, kommen die Schultern nie wieder ganz herunter. Der Nacken bleibt in Alarmbereitschaft, die Muskeln verspannen, und irgendwann meldet sich der Schmerz. Deshalb spürst du Nackenschmerzen oft genau dann besonders deutlich, wenn ohnehin viel los ist.
Ehrlich gesagt, und das ist mir wie immer wichtig: Ich bin Schmerzexperte und Coach, kein Arzt. Wenn der Schmerz in den Arm ausstrahlt, du Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Schwäche in der Hand spürst, oder der Nacken nach einem Sturz oder Unfall schmerzt, dann gehört das ärztlich abgeklärt. Für den typischen, schleichenden Nackenschmerz aus Schreibtisch und Stress gilt aber meistens: sanfte Bewegung und ein bewusstes Loslassen sind die Lösung, nicht noch mehr Anspannung.
Praktische Übung: Der Nacken-Reset
Diese kleine Übung holt den Kopf zurück über die Schultern und lockert die Muskeln, die den ganzen Tag durchgehalten haben. Du kannst sie im Sitzen direkt am Schreibtisch machen.
- Setz dich aufrecht hin und lass die Schultern bewusst nach unten sinken, weg von den Ohren.
- Zieh das Kinn langsam leicht nach hinten, als würdest du ein sanftes Doppelkinn machen. Der Kopf wandert dabei zurück über die Schultern, nicht nach unten.
- Halte diese Position für fünf Sekunden und atme dabei ruhig weiter.
- Löse langsam wieder und roll die Schultern zweimal locker nach hinten.
Mach das fünf bis acht Mal, am besten mehrmals über den Tag verteilt, immer dann, wenn du merkst, dass die Schultern wieder hochgewandert sind. Sanft und bewusst schlägt fest und ruckartig immer.
Nächste Woche schauen wir nach ganz unten, zu den Füßen, und wie sie deine gesamte Körperhaltung von Grund auf mitbestimmen.
Bis dann, Tim Medwed Schmerzexperte & Online Coach
Wenn du nicht länger gegen die immer gleichen Verspannungen ankämpfen, sondern verstehen willst, warum dein Körper sie überhaupt aufbaut, begleite ich dich gern persönlich Schritt für Schritt:
P.S. Kleiner Teaser für die kommenden Wochen: Wir haben uns jetzt von oben nach unten durch deinen Körper gearbeitet, Knie, Rücken, Nacken. Bald wird klar, warum diese Bereiche viel enger zusammenhängen, als die meisten denken, und was das für deinen Alltag bedeutet. Bleib dran.
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