Ausgabe #12: Bauchspannung & Core-Stabilität
Hallo,
kennst du das Gefühl, den ganzen Tag irgendwie angespannt zu sein, ohne es überhaupt zu merken? Genau darüber möchte ich heute mit dir sprechen, weil es viel mehr mit deinen Rücken- und Hüftschmerzen zu tun hat, als du vermutlich denkst.
Warum du deinen Bauch wahrscheinlich falsch anspannst
Fast jeder, der Rückenschmerzen hat, macht früher oder später denselben Fehler: Er zieht den Bauch ein und macht ihn hart, in der Hoffnung, so für Stabilität zu sorgen. Das Gegenteil passiert. Ein dauerhaft eingezogener, fest gemachter Bauch nimmt dir die Fähigkeit, richtig zu atmen und echte Spannung genau dann aufzubauen, wenn dein Körper sie wirklich braucht.
Echte Core-Stabilität entsteht nämlich nicht durch Festhalten, sondern durch Druck, der sich gleichmäßig in alle Richtungen verteilt: nach vorne, zur Seite und nach hinten in den unteren Rücken. Man nennt das intraabdominalen Druck, also den Druck im Bauchraum. Wenn du deinen Bauch nur einziehst, fällt genau dieser Druck nach hinten weg, und dein unterer Rücken muss die Arbeit übernehmen, die eigentlich dein ganzer Rumpf leisten sollte. Kein Wunder, dass die Schmerzen immer wieder an derselben Stelle zurückkommen.
Dazu kommt dein Alltag. Stress, langes Sitzen, ständige Erreichbarkeit. Dein Nervensystem hält dich in einer leichten Dauerspannung, und dein Zwerchfell, dein wichtigster Atemmuskel, kommt kaum noch in die tiefe Bewegung. Du atmest flach in die Brust statt tief in den Bauch. Über Wochen und Monate wird daraus ein Muster, das sich anfühlt wie normal, es aber nicht ist.
Dein praktischer Tipp für diese Woche: die 360 Grad Atmung
Setz oder leg dich hin und leg eine Hand auf den Bauch, die andere seitlich auf die unteren Rippen. Atme jetzt langsam durch die Nase ein und stell dir vor, du füllst nicht nur den Bauch nach vorne, sondern auch die Seiten und den unteren Rücken, wie einen Gürtel rundherum. Beide Hände sollten sich dabei sanft nach außen bewegen. Danach atmest du ruhig über 4 bis 6 Sekunden wieder aus. Wiederhole das 8 bis 10 mal, am besten zwei bis drei Runden über den Tag verteilt.
Das Ziel ist nicht, fester zu werden. Das Ziel ist, deinem Körper wieder beizubringen, wie sich echte, gleichmäßige Spannung anfühlt. Genau das ist die Grundlage für jede stabile Bewegung in deinem Alltag.
Video der Woche
Warum Unternehmer ihren Bauch komplett falsch anspannen
In diesem Video zeige ich dir genau, warum das Einziehen und Hartmachen des Bauches deine Beschwerden eher verstärkt als löst. Es passt perfekt zum heutigen Thema, weil du dort in Ruhe siehst, wie sich richtige Bauchspannung anfühlt und woran du deinen eigenen Fehler erkennst.
Nächste Woche schauen wir uns an, wie deine Füße und deine gesamte Haltung zusammenspielen und warum dein Schmerz manchmal ganz woanders beginnt, als du denkst.
Bis dann, Tim Medwed Schmerzexperte & Online Coach
Wenn du das Gefühl hast, dass dein Körper trotz aller Mühe einfach nicht stabiler wird, dann lass uns in einem kostenlosen Erstgespräch herausfinden, woran es wirklich liegt.
P.S. Ganz ehrlich: Ich bin kein Arzt und stelle keine Diagnosen. Was ich dir gebe, ist Erfahrung aus über hundert begleiteten Menschen und aus meinem eigenen Weg mit Hüftdysplasie und Bandscheibenvorfall. Probier die Atmung ruhig ein paar Tage aus und schreib mir gern, wie sie sich für dich anfühlt.

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