Ausgabe #6: Rückenschmerzen / Unterer Rücken & Hüfte
Hallo,
letzte Woche habe ich dir versprochen, dass wir uns den unteren Rücken und die Hüfte anschauen, also genau die Etage, die so oft hinter Knieschmerzen steckt. Heute löse ich dieses Versprechen ein.
Warum dein unterer Rücken schmerzt (und warum der Rücken selten der Auslöser ist)
Kaum ein Schmerz ist so weit verbreitet wie der im unteren Rücken. Und kaum ein Schmerz wird so oft am falschen Ort gesucht. Denn dein unterer Rücken ist meistens nicht der Auslöser, sondern der Bote. Direkt darunter sitzt die Hüfte, und wenn die ihre Beweglichkeit verliert, muss der untere Rücken das ausgleichen. Bei jeder Drehung, jedem Bücken, jedem Schritt übernimmt er Arbeit, für die er gar nicht gebaut ist.
Der häufigste Grund dahinter ist dir wahrscheinlich vertraut: stundenlanges Sitzen. Dabei verkürzen sich die Hüftbeuger an der Vorderseite, während die Gesäßmuskeln auf der Rückseite einschlafen. Das Becken kippt nach vorne, das Hohlkreuz verstärkt sich, und die Belastung landet genau dort, wo es dann zwickt. Dein Rücken meldet also oft nicht einen Schaden, sondern eine Überforderung, weil die Hüfte ihn im Stich lässt.
Ehrlich gesagt, und das ist mir wichtig: Ich bin Schmerzexperte und Coach, kein Arzt. Wenn dein Schmerz ins Bein ausstrahlt, du Taubheitsgefühle oder Kribbeln spürst, Probleme beim Wasserlassen hast oder der Schmerz nach einem Sturz auftritt, dann gehört das ärztlich abgeklärt. Für den typischen, schleichenden Schmerz im unteren Rücken gilt aber fast immer dasselbe wie beim Knie: Bewegung ist die Lösung, nicht das Problem.
Praktische Übung: Die Beckenbrücke
Diese Übung weckt genau die Gesäßmuskeln, die deinen unteren Rücken entlasten. Du brauchst nur eine Unterlage am Boden.
- Leg dich auf den Rücken, stell beide Füße hüftbreit auf und winkle die Knie an.
- Drücke die Fersen in den Boden und hebe das Becken langsam an, bis Schultern, Hüfte und Knie eine gerade Linie bilden.
- Spann oben bewusst die Gesäßmuskeln an und halte die Position für fünf Sekunden.
- Senke das Becken langsam wieder ab, ohne es ganz abzulegen, und beginn von vorne.
Mach das zehn Mal, einmal am Morgen und einmal am Abend. Wenn du die Arbeit im Po spürst und nicht im unteren Rücken, machst du es genau richtig.
Nächste Woche kümmern wir uns um Schulter und Nacken, also die Region, in der sich Stress und Schreibtischalltag am liebsten festsetzen.
Bis dann, Tim Medwed Schmerzexperte & Online Coach
Wenn du nicht länger an Symptomen herumdoktern, sondern die eigentliche Ursache deiner Rückenschmerzen angehen willst, begleite ich dich gern persönlich Schritt für Schritt:
P.S. Eine kleine persönliche Notiz: Die Beckenbrücke ist die Übung, mit der ich selbst fast jeden Morgen starte, noch vor dem ersten Kaffee. Sie kostet kaum eine Minute und macht für meinen Rücken über den Tag einen spürbaren Unterschied. Probier sie diese Woche einfach mal aus.
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