Ausgabe #14: Warum Sitzen deinen Schmerz still befeuert
Hallo,
heute nehmen wir uns genau das vor, was ich dir letzte Woche versprochen habe: das Sitzen. Ich sehe im Coaching immer wieder, wie sehr dieses eine Alltagsthema unterschätzt wird und wie viel sich verändert, sobald man versteht, was dabei wirklich passiert.
Warum langes Sitzen deinen Schmerz still befeuert
Sitzen an sich ist nicht "böse", auch wenn du das oft hörst. Das Problem ist nicht die Position, sondern wie lange du in ein und derselben verharrst. Dein Körper ist für Wechsel gebaut, für Aufstehen, Gehen, Dehnen, Belasten und Entlasten. Genau dieser ständige Wechsel hält deine Strukturen geschmeidig und dein Nervensystem entspannt.
Wenn du zwei oder drei Stunden am Stück sitzt, bleiben deine Hüftbeuger und dein unterer Rücken durchgehend in derselben Länge. Die Durchblutung im Gewebe sinkt, die kleinen stabilisierenden Muskeln rund um Becken und Wirbelsäule schalten in eine Art Standby, und dein Nervensystem bekommt kaum noch Rückmeldung, dass diese Region sicher bewegt werden kann. Aus Sicht deines Körpers ist eine Zone, die stundenlang starr und unbewegt bleibt, keine sichere Zone. Und was er nicht als sicher einstuft, das schützt er, oft mit Spannung und Schmerz.
Das Tückische daran ist, dass es meistens nicht während des Sitzens weh tut, sondern danach. Beim Aufstehen, am Abend oder am nächsten Morgen. Deshalb bringt man es selten mit dem Sitzen in Verbindung. Und deshalb ist die Lösung auch nicht der perfekte Stuhl oder der teuerste Schreibtisch. Die beste Haltung ist immer die nächste. Nicht Stillhalten rettet deinen Rücken, sondern Bewegung, die oft genug kommt.
Dein Tipp für diese Woche
Bau dir feste Bewegungspausen ein, statt dich auf dein Gefühl zu verlassen. Dein Körper meldet sich nämlich meist erst, wenn es schon zu spät ist.
- Stell dir alle 30 bis 45 Minuten einen leisen Timer, egal ob im Büro, im Auto oder auf der Couch.
- Steh bei jedem Signal kurz auf und mach fünf langsame Hüftstreckungen: Becken bewusst nach vorne schieben, Gesäß anspannen, Oberkörper aufrecht. So holst du deine Hüftbeuger aus der Dauerverkürzung.
- Nimm dazu drei ruhige, tiefe Atemzüge und geh ein paar Schritte, bevor du dich wieder hinsetzt.
Das dauert keine 60 Sekunden und ist wirksamer als jede Stunde perfektes Sitzen. Es geht nicht um die eine große Übung, sondern darum, dass dein Körper über den Tag verteilt oft genug spürt, dass Bewegung sicher ist.
Video der Woche
Warum Sitzen dich als Unternehmer kaputt macht
In diesem Video zeige ich, warum langes Sitzen dich Stück für Stück in deine Rücken- und Hüftschmerzen hineinbringt und was du im Alltag konkret ändern musst, damit sie nicht immer wiederkommen. Ich spreche darin gezielt Unternehmer an, aber der Mechanismus ist bei jedem gleich, der viel sitzt, und passt deshalb perfekt zum Thema dieser Ausgabe.
Nächste Woche schauen wir uns an, warum guter Schlaf mehr für deine Schmerzen tut als die meisten Übungen und wie du deine Regeneration gezielt unterstützt.
Bis dann, Tim Medwed Schmerzexperte & Online Coach
Wenn du merkst, dass dein Alltag deinem Rücken immer wieder in die Quere kommt und du wissen willst, wie ein individueller Weg für dich aussehen könnte, dann lass uns sprechen. https://www.timmedwed.at
P.S. Wie viele Stunden sitzt du an einem normalen Tag ungefähr am Stück? Antworte mir gern mit einer Zahl, mich interessiert ehrlich, wie dein Alltag aussieht.
Hinweis: Ich bin Schmerzexperte und Coach, kein Arzt. Dieser Newsletter ersetzt keine medizinische Diagnose oder Behandlung.

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